Frauen in Schwarz – Frauen für Frieden Köln

Frauen in Schwarz - Frauen für Frieden Köln

Seit Oktober 1990 Teil der internationalen Frauen-Friedens-Bewegung sind die Frauen in Schwarz Köln eine unabhängige Gruppe und gehören keiner Partei oder Organisation an. Vor dem Hintergrund der grauenhaften Naziverbrechen sind sie sich der besonderen Verantwortung bewusst und treten darum für einen Frieden in Israel/Palästina ein, der auf den Prinzipien der Menschenrechte und des Völkerrechts basiert.

Kontinuierlich artikulieren sie öffentlich ihren Widerstand und ihre Trauer, indem sie alle 14 Tage freitags schwarz gekleidet auf der Schildergasse stehen, informieren und das Gespräch suchen. Die Gruppe engagiert sich darüber hinaus erfolgreich für kulturelle Begegnung und konkrete Hilfe vor Ort. Women in Black

Die Form des öffentlichen Protestes in schwarzer Kleidung entstand 1972 in Argentinien während der Militärdiktatur, als die „Mütter von der Plaza de Mayo“ gegen das „Verschwinden“ ihrer Kinder eintraten. Heute sind die „Madres“ als nationale Organisation aktiv, die sogar eine Universität betreibt. Mit Beginn der ersten Intifada in Israel/Palästina (1987) halten in Jerusalem die „Women in Black“ Mahnwachen ab, seit 1991 die Belgrader Frauen in Ex-Jugoslawien. Es entstand weltweit eine gut vernetzte Women-in-Black-Bewegung (1987). Immer wieder finden internationale Treffen statt, und auch die 14 deutschen Gruppen organisieren bundesweite Zusammenkünfte.

Frauen in Schwarz Deutschland ist ein Netzwerk von selbständigen Frauen-Friedensgruppen. Sie leisten Kriegen aktiv Widerstand ebenso wie jeder anderen Form von Gewalttätigkeit. Im Zusammenstehen erleben sie ihre Solidarität und geben ihrem Leben und Streben eine bestimmte Richtung. Sie können die Aufmerksamkeit und Unterstützung auf andere Frauen in der Welt richten, die direkt und öfter als wir von Gewalt betroffen sind. Die Gruppen informieren die Öffentlichkeit, halten Kontakt zu Frauen in Kriegs und Krisengebieten und schreiben Petitionen. Viele Gruppen leisten humanitäre und politische Hilfe für Frauen-Projekte in Ländern und Regionen, in denen Gewalt herrscht.

Frauen in Schwarz Köln – Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit

Auf einer Berliner Tagung zum Nahost-Konflikt begegnete Helga Kandt im Frühjahr 1990 der damaligen Präsidentin der Internationalen Liga für Menschenrechte, Alisa Fuß. Die deutsche Jüdin hatte ihre ganze Familie im Holocaust verloren und war mit ihren Söhnen nach Tel Aviv emigriert. Mit Aufsätzen und Vorträgen hatte sie sich von dort aus auf dem Gebiet der Pädagogik einen Namen gemacht und war 1976 an die Laborschule in Bielefeld gerufen worden. Empört über die politische Entwicklung in Israel engagierte sich Alisa Fuß bis zu ihrem Tode 1997 für Flüchtlinge und baute Brücken zwischen PalästinenserInnen und Israelis.

Tief beeindruckt von der Persönlichkeit dieser Frau, kehrte Helga Kandt nach Köln zurück und gründete noch im selben Jahr die Frauen in Schwarz Köln, um sich für eine friedliche Lösung im Nahen Osten zu engagieren. Auf der Ebene von „Basisarbeit von unten“ (Graswurzelebene) sind seitdem ca. 10 Frauen unermüdlich aktiv, um eine möglichst breite Öffentlichkeit zur Unterstützung ihrer politischen Arbeit zu mobilisieren. So ermöglichen sie konkrete finanzielle Hilfen für palästinensische Projekte und lassen auch andere, jeweils aktuellen Themen im In- und Ausland nicht außer acht.

Regelmäßige Termine

Durch die Kontinuität des Rituals, das seit 1990 darin besteht, sich regelmäßig öffentlich schwarz gekleidet zu versammeln, artikulieren die Frauen ihren Widerstand. Die Farbe Schwarz symbolisiert sowohl die traditionelle Zuschreibung einer gesellschaftlich marginalisierten Rolle für Frauen, als auch die Trauer über Kriege und Kriegsopfer.

Die Kölner Frauen in Schwarz demonstrieren, protestieren und mahnen freitags (14-tägig) von 15.30 bis 17.00 Uhr im Zentrum Kölns, Ecke Schildergasse/Krebsgasse für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit. Lageplan

Ansprechpartnerin

Helga Kandt, E-Mail: black.women@gmx.net

 

Dazu auch im Internet: