Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt

Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt

Im linksrheinischen Köln ist der SkF e.V. Träger der Kriseninterventionsstelle nach dem Gewaltschutzgesetz.

Mit Hausbesuchen, Angeboten in der Beratungsstelle und anonymer Online-Beratung tritt der Sozialdienst katholischer Frauen e.V. der häuslichen Gewalt entgegen, denn: Gewalt ist nie privat.

Paradigmenwechsel durch das Gewaltschutzgesetz

Mit Inkrafttreten des Gesetzes „zur Verbesserung des zivilgerichtlichen Schutzes bei Gewalttaten und Nachstellungen sowie zur Erleichterung der Überlassung der Ehewohnung bei Trennung“ am 1. Januar 2002 ist eine alte Forderung der Frauen umgesetzt worden: Personen, die in ihrer häuslichen Umgebung gewalttätig sind, werden öffentlich zur Verantwortung gezogen.

Häusliche Gewalt

Die Erscheinungsformen der häuslichen Gewalt sind vielfältig:

  • Körperliche Gewalt (z.B. Schläge mit der bloßen Hand oder mit Gegenständen, Tritte, Strangulations- und Würgeversuche, Verbrennungen, Nahrungsentzug, Einsperren etc.)
  • Sexuelle Gewalt (Erzwingen sexueller Handlungen mit körperlicher Gewalt, Bedrohungen sowie sonstigen Druckmitteln)
  • Psychische Gewalt (konstante Kontrolle, Belästigung, Erpressung, Drohungen, Missachtung von Bedürfnissen und Befindlichkeiten, Erniedrigung, Einschüchterung)
  • Verbale Gewalt (z.B. Einschüchterung, Beleidigung, Demütigung)
  • Ökonomische Gewalt (Kürzung, Vorenthaltung oder Entziehung von Zahlungsmitteln)

Zusammenarbeit mit der Polizei

Nach einem Polizeieinsatz im Rahmen der häuslichen Gewalt erhält die zuständige Interventionsstelle ein Fax, sofern das Opfer dem zugestimmt hat. Das Fax informiert über das Datum und den Ort des Einsatzes, sowie den Namen und Adresse des Opfers. Innerhalb von 24 Std. nimmt die Interventionsstelle telefonisch Kontakt auf und verschafft sich einen Eindruck von der Problemlage und den Beratungsbedarf. Entsprechend der Bedürfnislage des Opfers wird zeitnah ein Hausbesuch oder ein Termin innerhalb der Einrichtung vereinbart.

Kontakt

Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Köln
Gewaltschutzzentrum
Mauritiussteinweg 77-79
50676 Köln, Lageplan

Tel. 0221 / 12 69 5 – 0
Fax 0221 / 12 69 5 – 194
E-Mail: gewaltschutz@skf-koeln.de

Ansprechpartnerin: Christine Stermann

Online-Beratung

Da der Einsatz der Polizei oder der Besuch einer Beratungsstelle meist erst am Ende einer langen, von Gewalt und Ohnmacht geprägten Leidensgeschichte stehen, richtete der SkF-Köln 2004 ein Internetpräsenz ein, bei der Mädchen und Frauen, die (noch) nicht in der Lage sind, sich an eine Beratungsstelle zu wenden, anonym und einfach Zugang zu Hilfe und zum Austausch mit anderen Betroffenen finden.

Die Internetseite besteht aus einem Chat, einem Forum und einem von außen nicht einsehbaren Beratungsbereich. Viele neue Besucherinnen brauchen die Anonymität, um zum ersten Mal über ihre Gewalterfahrung sprechen zu können. Auch die Unverbindlichkeit des Angebots trägt zu seiner Akzeptanz bei; die Besucherinnen entscheiden, ob sie kommen, wie lange sie bleiben und auch, was sie mitteilen. Die Webadresse lautet: www.gewalt-los.de

Vernetzung

Die Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt des SkF-Köln ist in folgender Frauenorganisation Mitglied:

Dazu auch im Internet: