agisra

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Die „Arbeitsgemeinschaft gegen internationale sexuelle und rassistische Ausbeutung“ – agisra – ist in Köln seit 1993 eine Beratungs- und Informationsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen, die aufgrund der Situation im Herkunftsland, ihrer Migration oder ihrer hiesigen Lebenssituation Probleme bewältigen müssen.

Es sind z.B. Frauen, die zur Zwangsprostitution, als Ehefrauen oder Hausmädchen nach Deutschland gebracht wurden, Frauen, die Gewalt in der Familie erleben oder erlebt haben, und Flüchtlingsfrauen. Durch Lobby-, Öffentlichkeits-, Bildungs- und Netzwerkarbeit setzt sich agisra auf allen Ebenen für die Verwirklichung von Menschenrechten ein und bildet Multiplikatorinnen aus.Bei agisra arbeiten qualifizierte Fachfrauen, überwiegend mit eigenen Migrationserfahrungen. Sie unterstützen die Frauen ressourcenorientiert. Die Arbeit ist parteilich, an den Interessen der Frauen orientiert und soll ihnen die Eigenorganisation ihres Lebens ermöglichen. Die Mitarbeiterinnen von agisra sprechen Deutsch, Englisch, Französisch, Koreanisch, Persisch, Portugiesisch, Spanisch und Türkisch. Für andere Sprachen stehen Dolmetscherinnen zur Verfügung. Die Beratung ist für alle Frauen freiwillig, kostenlos und anonym. Im Jahr kommen ca. 450 Frauen im Alter von 15 bis über 60 Jahren zu agisra, nicht mit gerechnet telefonische Beratung und Streetwork in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt. Zwischen 70 und 80 unterschiedliche Herkunftsländer seiner Klientinnen verzeichnet agisra im Jahr.

Die Angebote:

  • Psycho-soziale Beratung und Therapie (Amtsangelegenheiten und sozialrechtliche Fragen, Asylverfahren, Aufenthaltsrecht – u.a. § 31 AufenthG: Eigenständiges Aufenthaltsrecht der Ehegatten -, Frauen- und Menschenhandel, Familien- und Generationskonflikte, Gewalt in Beziehungen, sexistische und rassistische Diskriminierung und Gewalt, Krisensituationen, sexueller Missbrauch, Vergewaltigung und Nötigung, Gewalt im Namen der Ehre, Zwangsverheiratung, Zwangsprostitution)
  • Begleitung und Unterstützung (Behördengänge, Gefängnisse und Abschiebehaft, Unterbringung in Frauenhäusern, Opferzeugenaussagen in Strafprozessen, Vermittlung von ÄrztInnen, RechtsanwältInnen, etc.)
  • Bildung und Information (Frauenspezifische, migrationsspezifische und antirassistische und Themen wie: Menschenrechte, Zwangsheirat, Frauenhandel, Frauen und Migration)

Regelmäßige Termine

  • Konversationskurs für Flüchtlingsfrauen, jeden Montag von 16.30 bis 18.00 Uhr in den Räumen von agisra e.V. Der Kurs ist mit Kinderbetreuung und kostenlos! Jede Frau kann ohne Anmeldung zum Kurs kommen.
  • In regelmäßigen Abständen bietet agisra in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung NRW und der Rechtswissenschaftlerin Prof. Dr. Dorothee Frings Rechtsseminare für Mitarbeiterinnen von Frauenberatungsstellen, Frauenhäusern und andere interessierte Frauen an, die als Multiplikatorinnen fungieren können.

Informations- und Öffentlichkeitsarbeit

Im Rahmen seiner umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit gibt agisra Interviews für Radio, Fernsehen und Zeitungen und nimmt mit Referentinnen an Diskussions- und Informationsveranstaltungen teil. Die Forderungen sind

  • Menschenrechte für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen
  • Die rechtliche und soziale Gleichstellung von Migrantinnen
  • Ein eigenständiges Aufenthaltsrecht für Migrantinnen bei der Eheschließung
  • Die Anerkennung von frauenspezifischen Fluchtgründen auch in der Praxis
  • Die Abschaffung der Abschiebehaft
  • Bleiberecht für Opfer von Frauenhandel

Kontakt

agisra e.V.
Arbeitsgemeinschaft gegen internationale sexuelle und rassistische Ausbeutung
Behshid Najafi
Martinstr. 20a, 50667 Köln, Lageplan Tel.: 0221 / 124019, Fax: 0221 / 9727492
Telefonische Sprechzeiten: Mo, Di und Do 10.00 – 15.00 Uhr
E-Mail: info@agisra.org

Vernetzung

In Frankfurt am Main gab es von 1983 bis 2004 ebenfalls ein agisra mit Beratungsarbeit. In Köln wurde agisra 1993 gegründet und nimmt seitdem an zahlreichen Vernetzungen, Kampagnen und Gremien auf kommunaler, landes-, bundes- und europaweiter Ebene teil, um sich auszutauschen und seine antirassistische und feministische Perspektive einzubringen. So ist agisra u.a. aktiv im AK «Der Zwang zu heiraten? – Eigene Wege für junge Migrantinnen», im Kölner Flüchtlingsrat, www.koelner-fluechtlingsrat.de, im AK-Antidiskriminierungsarbeit in Köln und in PICUM – Platform for International Cooperation on undocumented Migrants, www.picum.org

agisra ist Mitglied in folgenden Frauenorganisationen:

Dazu auch im Internet: