Autonome Frauenhäuser Köln

Autonome Frauenhäuser Köln

Schutz, Unterkunft und Unterstützung für Frauen und deren Kinder, die von körperlicher, seelischer und sexualisierter Gewalt betroffen oder bedroht sind, bieten die beiden autonomen Frauenhäuser. In ganz Köln gibt es nur diese beiden Frauenschutzhäuser ohne öffentlich bekannte Adresse.

Träger der beiden Kölner Frauenhäuser ist der gemeinnützige Verein Frauen helfen Frauen. Die Frauenhäuser sind politisch und konfessionell unabhängig und arbeiten selbstverwaltet.Autonome Frauenhäuser haben sich folgende Ziele gesetzt:

  • Eine Zufluchtstätte zur Verfügung stellen, damit Frauen, die von Gewalt betroffen sind, mit und ohne Kinder, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Behinderung und ihres Aufenthaltsstatus unbürokratisch zu jeder Zeit Aufnahme, Schutz und individuelle Unterstützung finden.
  • Frauen einen sicheren Raum geben, in dem sie ohne gesellschaftlichen oder familiären Druck ihre eigenen Entscheidungen treffen und eine Perspektive finden können.
  • Gewalt gegen Frauen und ihre Kinder zu einem öffentlichen Thema machen und das Recht auf körperliche Unversehrtheit und sexuelle Selbstbestimmung einfordern.

Kontakt

Aus Sicherheitsgründen sind die Adressen der Häuser nicht öffentlich bekannt. Die Frauenhäuser sind telefonisch rund um die Uhr unter folgenden Rufnummern erreichbar:
1. Autonomes Frauenhaus, Tel.: 0221 / 515502
2. Autonomes Frauenhaus, Tel.: 0221 / 515554
E-Mail: info@frauenhaus-koeln.de

Frauen helfen Frauen e.V.
Stammstraße 66a, 50823 Köln, Tel.: 0221 / 515512, Fax: 0221 / 5101352, E-Mail: frauenhelfenfrauen@netcologne.de

Hintergrund

In „Der Kampf um das Frauenhaus Köln“ schildert Maria Mies die Entstehungsgeschichte:

„Das Frauenhaus Köln war das erste autonome Frauenhaus in der BRD, das ohne staatliche Unterstützung gegründet wurde. In Berlin war vorher schon ein Frauenhaus mit Unterstützung des Familienministeriums entstanden. Auch nachdem sich die Stadt Köln später bereit erklärte, ein Haus zur Verfügung zu stellen und Stellen zu bewilligen, hielt der Verein an den Zielen autonomen Frauenbewegung fest. Und in der BRD entstanden viele andere Vereine ‚Frauen helfen Frauen‘, die denselben autonomen Ansatz verfolgten. Das Problem der privaten Männergewalt war öffentlich, d.h. politisch gemacht worden.“

Die Initiative zur Errichtung eines Frauenhauses ging von 15 Studentinnen von Prof. Dr. Maria Mies aus, die 1975 eines ihrer Seminare über die Frauenbewegung im 19. und frühen 20. Jahrhundert an der Fachhochschule Köln, Fachbereich Sozialpädagogik, besuchten. Nachdem die Stadt keinen Bedarf sah, machten die Studentinnen mit Straßenaktionen und Unterschriftensammlungen auf das Thema Männergewalt gegen Frauen aufmerksam, gründeten den Verein Frauen helfen Frauen und eröffneten 1976 mit ihren UnterstützerInnen aus eigener Kraft eine Zufluchtstätte für die zahlreichen Frauen, die sich bei ihnen meldeten.

„Zu den Gründungsmitgliedern des Vereins Frauen helfen Frauen gehörten: Birgit Hanner, Lie Selter, Frauke Mahr, Ulla Struwe, Annette Löning, Conny Pätzold, Astrid Frazer-Schilling, Ursula Viefers, Anke Rieger, Maria Mies und Christa Thomas.“

Quelle: Maria Mies: Der Kampf um das Frauenhaus Köln. www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/pdf/autonome/af_02_mies_koeln.pdf

Vernetzung

Die Autonomen Frauenhäuser Köln sind Mitglied in folgenden Frauenorganisationen:

Dazu auch im Internet: