Mahnwache/ Kundgebung zur Situation erwerbsloser und von Armut betroffener Frauen

08. März 2021 (Mo) - 15.00 - 16.30 Uhr

Aus der Einladung:

„Am Montag, 8. März, dem internationalen feministischen Kampftag, ruft ein großes Bündnis feministischer Gruppen zu dezentralen Aktionen und Streiks in ganz Köln auf. Dadurch soll auf bestehende und sich, besonders im letzten Jahr, verschärfende gesellschaftliche Missstände von Frauen, Lesben, inter, nonbinäre und Trans*-Personen aufmerksam gemacht werden. Geplant sind stadtweit (corona-konforme) Aktionen, Kunstperformances und Kundgebungen. Um 19 Uhr findet eine zentrale Abschlusskundgebung auf dem Rudolfplatz statt.

In Nippes auf dem Wilhelmsplatz gibt es um 15 Uhr eine Mahnwache/ Kundgebung zur Situation erwerbsloser und von Armut betroffener Frauen. Frauen sind in besonderem Maße von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Viele sind mehrfach belastet, durch fehlende Kinderbetreuung, Homeschooling in kleinen Wohnungen, evtl. Familien-Quarantäne oder Pflege von Angehörigen. Die klassischen Dienstleistungsbereiche sind besonders von Arbeitslosigkeit betroffen, Bereiche in denen v.a. Frauen beschäftigt sind. Viele haben ihre Minijobs verloren, ohne Anspruch auf Kurzarbeitergeld oder Ausfallentschädigung. Andere haben als Freiberuflerinnen ihre Ersparnisse aufgebraucht und stehen nun vor der Entscheidung, Leistungen nach SGB II zu beantragen. Familiäre Konflikte und häusliche Gewalt nehmen zu. Insbesondere Frauen mit Zuwanderungsgeschichte und nicht ausreichenden Sprachkenntnissen sind auf Unterstützung angewiesen. Der Zugang zu aktuellen Informationen und medizinischer Versorgung ist für viele erschwert. Es fehlt es an notwendigen Ansprechpartner*innen in Behörden, Institutionen, bei Rechtsanwält*innen, Schulen oder Kitas. Geflüchtete Frauen sind in den Gemeinschaftsunterkünften besonderen Risiken und Belastungen ausgesetzt.

Die Kundgebung ist auch eine Solidaritätsaktion für Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. Dazu aufgerufen hat „Lila in Köln“- ein langjähriges transkulturelles Bündnis autonomer und feministischer Frauen*projekte. Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. gehört dazu. Das Herzstück des Vereins ist die Beratung erwerbsloser Frauen und die ist jetzt akut durch fehlende Finanzierung bedroht. Es ist nicht hinzunehmen, das gerade in Zeiten der Pandemie, die Frauen besonders hart trifft, die Stadt eine bedarfsdeckende Finanzierung der Frauenberatungsstelle verweigert und damit die Beratung vor dem Aus steht.

Die Coronapandemie zeigt deutlicher als je zuvor, warum der Kampf für eine feministische Zukunft noch lange nicht vorbei ist. Dabei geht es nicht um die gleichberechtigte Teilhabe an einem System, das auf Konkurrenz, Diskriminierungen und Ausbeutung von Mensch und Umwelt basiert, sondern um die Forderung nach einem grundlegenden gesellschaftlichen Wandel.

Das gute Leben für alle erkämpfen! Solidarisch. Feministisch. Gemeinsam

Beratung für erwerbslose Frauen muss bleiben!
Frauen haben ein Recht auf eine unabhängige, interkulturelle und gendersensible Beratung!
Für den Erhalt der unabhängigen Frauenprojekte!“

Hier ist der Aufruf: Aufruf 8m_LILA in Köln 2021 (pdf-Datei, 543 KB)

Hier ist eine Köln-Karte mit den Standorten der diesjährigen 8m-Aktionen: Aktionenkarte 8m 2021 Köln (pdf-Datei, 300 KB)

Veranstalterin:
u.a. Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V.

Ansprechpartnerinnen:
Sima Rastin, Tel.: 0221 / 732 72 51, E-Mail: kontakt@frauen-erwerbslos.de

Veranstaltungsort:
Wilhelmplatz Nippes, 50733 Köln, Lageplan