Lobby für Mädchen

Lobby für Mädchen

In einer Mädchenberatungsstelle, einem interkulturellen Mädchentreff und per Online-Beratung leistet die Lobby für Mädchen e.V. bei allen Nöten und Fragen fachkundig individuelle Unterstützung und Begleitung.

Mit einer engagierten Öffentlichkeitsarbeit sensibilisiert sie darüber hinaus für die Lebenslage von Mädchen und jungen Frauen, um auf Chancengleichheit hinzuwirken.

Seit 1987

Im November 1987 veranstaltete der Kölner Verein zur Weiterbildung für Frauen (heute FrauenSicht) die erste bundesweite Fachtagung für Frauen zum Thema ‚Sexueller Missbrauch von Mädchen und Frauen‘. Aus dieser Tagung ging die Kölner Initiative für ein Mädchenhaus hervor. ‚Mädchenhaus‘ stand für ein breitgefächertes Hilfeangebot für Mädchen in Krisen und Konfliktsituationen. Die Initiatorinnen engagierten sich für eine Beratungsstelle, verschiedene Unterbringungsangebote und parteiliche Mädchenarbeit im Rahmen der offenen Jugendarbeit. Im April 1988 kamen die ersten Mädchen zur Beratung, die mangels eigener Räume in einem kleinen Ladenlokal des Vereins Frauen lernen leben (heute FrauenLeben) in Köln-Ehrenfeld stattfand. Im Laufe der Jahre ist aus der Initiative erst der Verein Mädchenhaus und inzwischen die LOBBY FÜR MÄDCHEN, ein anerkannter Träger der Jugendhilfe, geworden, der eine Mädchenberatungsstelle und einen Interkulturellen Mädchentreff unterhält.

Die Arbeit

Zentrale Themen der Arbeit sind

  • Vorliegen von Essstörungen,
  • Erleben sexualisierter und anderer Gewalt,
  • Probleme in der Familie,
  • Mangel an Förderung,
  • Konflikte mit Gleichaltrigen und
  • Schulschwierigkeiten.

Die Arbeit der LOBBY FÜR MÄDCHEN setzt an den Stärken und Kompetenzen der Mädchen und jungen Frauen an; diese deutlich und erlebbar zu machen, ist ein wichtiger Schritt. Individuelle Lösungsschritte entwickeln und Selbstwertgefühl stärken, sind zentrale Aufgaben.

Seit 2015 erleichtert die Online-Beratung Mädchen und jungen Frauen in Köln und Umgebung den Zugang zur Beratung. Sie ist (auch) ein wichtiges Bindeglied zwischen der Präventionsarbeit und dem direkten Gespräch in der Mädchenberatungsstelle.

Um über die individuelle Unterstützung und Begleitung hinaus auf Chancengleichheit hinzuwirken und für die Lebenslage von Mädchen und jungen Frauen zu sensibilisieren, leistet die LOBBY FÜR MÄDCHEN intensive Öffentlichkeitsarbeit. Diese dient auch dazu, die für die Fortführung der inhaltlichen Arbeit notwendigen Eigenmittel aufzubringen.

Kontakt

Ansprechpartnerin: Frauke Mahr, Gesamtkoordinatorin

Beratungs- und Geschäftsstelle
Fridolinstr. 14, 50823 Köln, Lageplan Tel.: 0221 / 45 35 56 50
Fax: 0221 / 45 35 56 54
E-Mail: info@lobby-fuer-maedchen.de

Gemeinnütziger Verein

Den Vorstand des Vereins LOBBY FÜR MÄDCHEN, früher Mädchenhaus Köln e.V. bilden Dr. Inge von Bönninghausen, Journalistin, Dorothee Hoffmann, Diplom Psychologin und Freya vom Berg, Diplom Psychologin. Der Verein beschäftigt aktuell neun Mitarbeiterinnen (Pädagoginnen, Sozialpädagoginnen, Sozialarbeiterinnen, alle mit mehreren Zusatzqualifikationen, und Verwaltungskräfte), alle auf Teilzeitstellen, da der Verein keine vollen Stellen bezahlen kann. Der Verein unterhält zwei Praxisbereiche: die Mädchenberatungsstelle und den interkulturellen Mädchentreff.

Die Mädchenberatungsstelle

Die Mädchenberatungsstelle, eine anerkannte Erziehungsberatungsstelle – Spezialform Mädchenberatung, bietet seit April 1988 Beratung und Begleitung für Mädchen und junge Frauen im Alter von 12 – 27 Jahren. Der Altersschwerpunkt der Ratsuchenden liegt bei 16/17 Jahren.

Die Beraterinnen bieten Hilfe in allen Krisen – und Konfliktsituationen. In den ersten 12 Jahren Beratungsarbeit fragten die meisten Mädchen wegen sexueller Gewalterfahrung an. Seit einigen Jahren beziehen sich die meisten Beratungsanfragen auf Ess-Störungen, dann folgen sexuelle Gewalt, familiäre Probleme, Konflikt mit Gleichaltrigen u.a. Die Beratung ist kostenlos und auf Wunsch auch anonym.

Es gibt Einzelberatung und Einzeltherapie sowie Gruppen für Mädchen und junge Frauen mit Ess-Störungen. Außerdem gibt es eine, von der Firma Arcor gesponserte, Hotline mit der Rufnummer 0800 5 03 58 85 für Mädchen und junge Frauen mit Ess-Störungen. Die Hotline ist dienstags von 16 – 18 Uhr besetzt.

Ein wichtiger Teil der Beratungsarbeit ist die Prävention, zu der auch Unterrichtsreihen für Schülerinnen oder Mädchen aus Jugendgruppen, z.B. auch Konfirmandinnen, die viermal für anderthalb Stunden in die Beratungsstelle kommen. Eine Beraterin arbeitet dann mit vielen verschiedenen kreativen Methoden zu Themen wie Selbstbilder/Selbstwahrnehmung, Liebe, Sexualität, Grenzen und Grenzverletzungen. Aktuelle Probleme aus der Klasse oder Gruppe werden in die Arbeit aufgenommen. Inzwischen wird dieses Angebot auch kompakt an zwei aufeinander folgenden Tagen durchgeführt.

Auch Pädagoginnen der verschiedenen Aufgabenfelder können sich im Mädchenhaus zu den Themen ‚Lebenslage Mädchen‘ und ‚Sexuelle Gewalt‘ fortbilden.

Die Beratungsstelle gibt jährlich einen ausführlichen Beratungsbericht mit statistischen Angaben heraus.

Die Beratungsarbeit wird von Land und Kommune gefördert, einen erheblichen Teil trägt der Verein selbst aus Spenden, Bußgeldern etc. In manchen Jahren wird die Beratungsarbeit zu mehr als der Hälfte aus Trägermitteln, in erster Linie Spenden, finanziert!

Die E-Mail-Adresse der Mädchenberatungsstelle lautet: maedchenberatung-linksrhein@lobby-fuer-maedchen.de

Der interkulturelle Mädchentreff

Seit 1998 unterhält die LOBBY FÜR MÄDCHEN einen interkulturellen offenen Mädchentreff für Mädchen ab 10 Jahren in Köln-Mülheim. Die Besucherinnen des Treffs haben ihre Wurzeln in mehr als 16 verschiedenen Nationen.

Die Mitarbeiterinnen des Mädchentreffs wollen mit ihren Angeboten der durch Geschlecht und sozialen Status bedingten Benachteiligung der Mädchen entgegenwirken.

Es gibt Gruppenangebote in den Bereichen Medienpädagogische Arbeit (Internetcafé), Bildungsarbeit, partizipative Arbeit (Mädchenkonferenz) und die Hausaufgabenhilfe mit Mittagstisch. Projekte finden statt in der kulturpädagogischen Arbeit (Raumgestaltung, Video, Film, Foto) und in der Präventionsarbeit (Sucht, Gewalt, Sexuelle Gewalt, Ess-Störungen). Außerdem gibt es Seminare zu Kultur, Migration, Sexualität und vielem mehr. Körperorientierte, erlebnispädagogische Arbeit und Selbsterfahrung wirken besonders in den bewegungs- und sportorientierten Angeboten wie Klettern, Wasser-Ski. In den Schulferien gibt es Ferienfreizeiten, die oft themenorientiert sind. Zur cliquenorientierten pädagogischen Arbeit gehören die Ausflüge. Zur biographischen Begleitung zählt die Beschäftigung mit schulbezogenen Themen, familiären Themen, kultureller Herkunft, Gewalterfahrung, sexueller Gewalt, Straffälligkeit, Beziehungsthematik, psychosomatischen Auffälligkeiten und arbeitsweltbezogenen Themen.

Für die Mädchen lesen sich die Angebote so: Visitenkarten drucken, im Internet surfen, Videonachmittag, Computerprojekt, Wellnessnachmittag mit Gesichtsmasken, Mädchenkonferenz, Lampen bauen, Tanzen, Fotografieren, ein Fest vorbereiten und feiern, Nähen, in ein Museum gehen, an der Mädchenzeitung arbeiten, Hausaufgaben machen, einen Ausflug zum Pferdehof machen, Freundinnen treffen, bei der Drehbuchwerkstatt mitmachen, Schmuck herstellen, Selbstbehauptung – Kurs.

Die Mädchentreffarbeit wird aus kommunalen und aus Landesmitteln gesichert, sowie zu einem Drittel aus Trägermitteln finanziert.

Rechtsrheinische Mädchenberatung

Das jüngste Angebot der Lobby für Mädchen wird gefördert durch die ARD-Fernsehlotterie ‚Ein Platz an der Sonne‘. Unter der Rufnummer 0221 / 890 55 47 können Termine vereinbart werden. Mittwochs und freitags von 14.00 – 18.00 Uhr ist offene Beratung, d.h. Mädchen (ab dem 12. Lebensjahr) können ohne Termin kommen. Ein besonderer Vorteil dieses Angebots: die Räume sind den Mädchen schon vertraut. Die neue Beratungsstelle der Lobby für Mädchen ist per E-Mail erreichbar unter maedchenberatung-rechtsrhein@lobby-fuer-maedchen.de

Öffentlichkeitsarbeit

Öffentlichkeitsarbeit ist ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich der LOBBY FÜR MÄDCHEN: die Lebenslagen von Mädchen und jungen Frauen kennen, die Erkenntnisse aus der täglichen praktischen Arbeit aufgreifen und mit eigener Auseinandersetzung und Fortbildung verbinden und dies zum Thema machen bei Informationsständen, Vorträgen und Diskussionen in Vereinen, bei Veranstaltungen – dies ist Alltag im Mädchenhaus. Er beinhaltet auch politische Durchsetzungsarbeit in Arbeitskreisen und Gremien auf kommunaler und auf Landesebene. Positive Vorurteile aufdecken, strukturelle Gewalt aufzeigen und Klischees deutlich machen gehört zu den Aufgaben, die die LOBBY FÜR MÄDCHEN sich gestellt hat – Stellung beziehen in Leserinnenbriefen, auf Veranstaltungen – überall, wenn es um das Thema ‚Mädchen‘ respektive ‚Frauen‘ geht.

Neben der Information ist die ständige Thematisierung der ‚Lebenslage Mädchen‘ und die Durchsetzung von Chancengleichheit Zweck des umfassenden Briefes, den alle KooperationspartnerInnen und UnterstützerInnen zweimal im Jahr erhalten.

Vernetzung

Die Mitarbeiterinnen von Mädchenberatungsstelle und Mädchentreff engagieren sich in politischen Gremien und kommunalen Facharbeitskreisen wie der Stadtbezirkskonferenz Mülheim, dem Arbeitskreis Essstörung Köln, dem Netzwerk „Gewalt in der Schwangerschaft – Schwanger nach Gewalt“ und überregionalen Vereinigungen wie dem Bundesfachverband Ess-Störungen (BFE), www.bundesfachverbandessstoerungen.de.

Die Lobby für Mädchen e.V. ist Mitglied in folgenden Frauenorganisationen:

Dazu auch im Internet: