FrauenMediaTurm

FrauenMediaTurm

Feministisches Archiv und Dokumentationszentrum zu aktuellen und historischen Frauenfragen ist die gemeinnützige Stiftung FrauenMediaTurm. Sie wurde 1984 von Alice Schwarzer initiiert und befindet sich seit 1994 im wieder aufgebauten Bayenturm im Kölner Rheinauhafen.

Das Informationszentrum für Geschlechtergerechtigkeit und Genderforschung mit Büchern, Bildern, Zeitschriften und Pressedokumentationen wird genutzt von Medien, Forschung und Politik.Der Bestand im FrauenMediaTurm

Der Bestand wird kontinuierlich aktualisiert und enthält ca. 15.000 Bücher (inkl. Graue Literatur), 25.500 Zeitschriften (von 929 Titeln), 32.650 erfasste bzw. inhaltlich erschlossene Aufsätze, 600 Presseordner sowie Fotos, Plakate, Filme, Tondokumente und eine Chronik der Neuen Frauenbewegung. Sammelschwerpunkte sind:

  • Historische (Mitte des 19. Jh. bis 1933) und Neue Frauenbewegung (seit 1971)
  • Feministische Theorien
  • Sexualpolitik / Sexualgewalt (u.a. Abtreibung, Gewalt gegen Frauen, Pornografie, Prostitution)
  • Arbeit (von Haus- bis Berufsarbeit)
  • Literatur und Kunst
  • Biografien von Pionierinnen aus allen Zeiten (rollensprengende, herausragende, prägende Frauen aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Sport)

Angebote

  • Präsenzbibliothek
    Öffnungszeiten: Mo – Fr von 10-17 Uhr, mit Voranmeldung. Mit individueller Betreuung, Vorrecherche zum gewählten Thema, Einführung in die Datenbankrecherche. Einfach nur stöbern und lesen ist ebenfalls möglich. Keine Ausleihe. Kostenbeitrag: 5,- Euro pro Besuch, ab dem 3. Mal 3,- Euro.
  • Informationsdienst
    Dokumentenlieferdienst (Fotokopien einzelner Artikel) und thematische Literaturrecherchen gegen Gebühr, gerne auch mit Vorabberatung per Telefon oder E-Mail.
  • Online-Datenbanken
    der Bestände mit Verschlagwortung durch einen feministischen, interdisziplinären Thesaurus als Herzstück der FrauenMediaDatenbank. Er enthält rund 1.600 Schlagworte und 600 Synonyme, die in 18 Sachgebiete geordnet sind.
  • Events und Veröffentlichungen
    Zu den Ausstellungen und Symposien des FrauenMediaTurms sind Dokumentationen veröffentlicht worden. Direkt auf der Website des FrauenMediaTurms gibt es Interessantes zur Geschichte des Bayenturms, zum 8. März, zur Chronik der Neuen Frauenbewegung, zu Pionierinnen, Wissenschaftlerinnen und Klischees zu lesen. Der aktuelle Feministische Thesaurus steht als Download zur Verfügung

Ansprechpartnerinnen

Alice Schwarzer (Vorstandsvorsitzende), Dr. Ursula Scheu (stellv. Vorstandsvorsitzende), Barbara Schneider-Kempf (Vorstandsmitglied)
E-Mail: info@frauenmediaturm.de
Tel.: 0221 / 931 881-0, Fax 0221 / 931 881-18

Adresse

FrauenMediaTurm
Das Archiv und Dokumentationszentrum
Am Bayenturm 2
50678 Köln
Lageplan

Geschichte, Hintergrund

Der FrauenMediaTurm ist eine gemeinnützige Stiftung. Ein Archiv kann ökonomisch nicht aus eigenen Kräften existieren. Auch beim FrauenMediaTurm können die Einkünfte vom Verkauf der Informationen die Ausgaben für Sammlung und Pflege des Bestandes, zur Erschließung des Materials und zur Durchführung des BenutzerInnen-Services nicht decken.

Eine großzügige Anschubfinanzierung von Jan Philipp Reemtsma ermöglichte die ersten zwanzig Jahre des 1984 gegründeten FrauenMediaTurms (damals noch ‚Das feministische Archiv und Dokumentationszentrum‘). Zur Fortführung des Kernbetriebs in 2005 und 2006 trug dann die Krupp-Stiftung bei. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützte das Projekt „FMTvisuell“ zum Aufbau eines Bildarchivs. Seit 2008 wird der Fortbestand des FrauenMediaTurms durch eine institutionelle Förderung des Landes NRW (Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport) gesichert.

Dem ehrenamtliche Vorstand steht seit 1984 ein engagierter, ebenfalls ehrenamtlicher Beirat mit Rat und Tat zur Seite, der mit Prof. Dr. Jutta Allmendinger, Prof. Dr. Petra Gehring, Prof. Dr. Christina Holtz-Bacha, Prof. Dr. Michaela Krützen, Dr. Tobe Levin, Prof. Dr. Ute Planert, Prof. Dr. Barbara Schock-Werner und Prof. Dr. Caja Thimm namhafte Persönlichkeiten vereinigt.

Der Bayenturm

Der Bayenturm wurde im 12. Jahrhundert erbaut und war der mächtigste Wehrturm der Stadt Köln. Bei seiner Erstürmung durch die Kölner Bevölkerung im Jahre 1262 (gegen den Erzbischof) soll erstmals der Schlachtruf erklungen sein: Kölle alaaf! (Köln voran!). Im zweiten Weltkrieg wurde der Turm bis auf den ersten Stock zerstört.

Unter der Ägide der damaligen Stadtkonservatorin Prof. Hiltrud Kier wurde er ab Anfang der 90er mit Mitteln des Landes NRW und der Stadt wieder aufgebaut. Allein, für den Innenausbau standen keine Mittel mehr zur Verfügung.

Daher wurde nach dem Vorbild der Hahnentorburg und zweier weiterer Wehrtürme der mittelalterlichen Stadtmauer, die an Karnevalsgesellschaften gegangen waren, ein Pächter gesucht, der bereit war, die Kosten für den Innenausbau zu tragen. Weil diese Kosten im Falle des Bayenturms besonders hoch waren, fand sich jedoch keine Karnevalsgesellschaft.

Einzige Interessentin war ‚Das feministische Archiv und Dokumentationszentrum’ und erhielt schließlich den Zuschlag. So konnte die Architektin Prof. Dörte Gatermann mit ihrem Innenausbau ein viel prämiertes Schmuckstück gestalten, das heute das Herzstück des Rheinauhafens bildet.

Vernetzung

Der privatrechtliche Stiftung FrauenMediaTurm ist in folgender Frauenorganisation Mitglied:

  • i.d.a – Dachverband deutschsprachiger Frauen/Lesbenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen, www.ida-dachverband.de

Dazu auch im Internet: